UTMB TDS Siegerinterview mit Andrea Huser

Andrea Huser gewinnt in Chamonix den TDS und markiert damit einen weiteren Höhepunkt in ihrer Karriere. Der TDS®, Sur les Traces des Ducs de Savoie, ist das technisch anspruchsvollste Rennen der UTMB Laufserie – 119 Kilometer mit 7250hm D+/- haben es in sich. Der technische Anspruch war auch ein Grund, warum sich Andrea für den TDS entschieden hat (siehe Interview vom Juli). Wir freuen uns, dass Andrea uns kurz nach dem Sieg ihre Gedanken zugerufen hat.

Profil-TDS-2015

Q: Herzliche Gratulation zum Sieg beim TDS. Wie hat sich das Rennen entwickelt? Wie konntest Du Dich an die Spitze bringen und den 1. Platz halten?

Andrea: Danke! Ich lief den ersten Aufstieg locker an und übernahm schnell mal die Führung. Beim ersten Verpflegungsposten besuchte ich die Toilette und wurde im Anschluss gleich von der Spanierin Cristina Bes Ginesta verfolgt. Ich versuchte den Abstand aufrecht zu erhalten. Ab dem Cole de Chavanne war sie ausser Sichtweite. Ich versuchte ein kontinuierliches Tempo zu laufen. Ich befürchtete, dass ich Cristina nicht weit distanzieren kann, da sie meiner Vermutung nach auch eine sehr gute Bergab-Läuferin ist. Erst bei Kilometer 86 erfuhr ich, dass ich 15 Minuten Vorsprung hatte. So musste ich konzentriert bleiben und durfte bei den Verpflegungsposten nicht zu viel Zeit liegen lassen. Ich wollte nichts riskieren – 15 Minuten sind an einem Ultra bei einem Einbruch schnell wieder verloren.

Sieg beim TDS - 119km mit 7250hm D+ in 16h35min © Gabi Schenkel

Sieg beim TDS – 119km mit 7250hm D+ in 16h35min © Gabi Schenkel

Q: Der TDS gilt als harter Lauf mit einer selektiven Strecke. Was sind die Highlights respektive die wichtigsten Punkte?

Andrea: Die Highlights finden sich vor allem im zweiten Teil der Strecke – über den Col la Gitte bis Col de Joly ist es sehr technisch und es geht steil hinab. Auch die Aussichten da oben waren bei dem Traumwetter wunderschön. Der letzte lange Aufstieg zum Col de Tricot war ebenfalls spektakulär – sehr steile Trails und ich erlebte auf dem Gipfel den Sonnenuntergang. Der Gedanke, dass es danach bis nach Les Houches nur noch runter geht, war auch ein Highlight! Es kamen dann aber noch einige schwierige Gegenanstiege und bis nach Les Houches zog es sich noch merklich. Aber so ist das bei den Ultras…

Finishline in Chamonix © UTMB

Finishline in Chamonix © UTMB

Q: Du hast eine unglaubliche Saison. Ein Sieg folgt dem Nächsten. Wie kannst Du Dich zwischen den Wettkämpfen erholen?

Andrea: Ich schlafe wenig und esse viel ;-). Ich trainiere jetzt zwischen den Wettkämpfen nicht mehr viel und habe aktive Erholung bei der Arbeit. Wenn ich kürzere Wettkämpfe mache, ist das für mich ein qualitativ gutes Training. Dieses Jahr habe ich im Juli und August Glück gehabt mit meinem Arbeitsplan (Anmerkung: Andrea arbeitet als Pflegefachfrau) – keine Nachtwachen und an entscheidenden Wochenenden frei, daher ging alles ganz gut auf. Ich riskiere auch mal einen kürzeren Wettkampf nicht erholt zu laufen; manchmal geht das auf, aber nicht immer. Dieses Jahr lief es einfach immer gut. Schöne Strecken reizen mich jedes Mal aufs Neue um wieder an Wettkämpfen teilzunehmen, egal ob ich müde bin oder nicht. Die langen Ultrarennen geben eine sehr gute Trainings-Basis – wenn man die mal erreicht hat, ist die Erholungsfähigkeit auch viel besser.

Q: Hat sich seit den zahlreichen Erfolgen diese Saison etwas bei Dir verändert?

Andrea: Ja es ist mir in den Kopf gestiegen 😉

Nein! Ich hoffe nicht. Die Freundschaftsanfragen auf Facebook haben aber schon zugenommen;-).
Ich wollte eigentlich einfach mal noch einige Ultras an verschiedenen Orten laufen und dann mal langsam mein Leben ohne Wettkämpfe weiter führen. Diese Erfolge motivieren mich aber zu mehr, es macht einfach Spass! Solange ich verletzungsfrei bleibe mache ich mal weiter…

Herzlichen Dank für das Interview, Andrea, und Gratulation zu dieser Top-Leistung!

Autor: Alex Brennwald
Bilder: Gabi Schenkel und Ultra-Trail du Mont-Blanc UTMB

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